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Von der Idee zur Skulptur Für die Umsetzung einer künstlerischen Projektidee, wie sie dem NATUR-Projekt zugrunde liegt, benötigt es vielfältiges Know-how. Daher entsteht ein solches Projekt immer in Austausch mit vielen Personen und in enger Zusammenarbeit mit einem Projektteam, das an der Realisierung großen Anteil hat. Den Anstoß für NATUR gab die Präsentation des „Heaven’s Carousel“ im Corona-Sommer 2020 auf dem Platz der Verfassungsfreunde in Offenburg. Im Anschluss daran entstand im Austausch mit Bürgermeister Uwe Gaiser in Oppenau die Überlegung, ob es nicht Zeit wäre, einmal ein Projekt in Oppenau zu realisieren. Eine erste Skizze lag schon einige Zeit in der Schublade und nachdem der Kultur- und Tourismusausschuss das erste NATUR-Konzept im Spätjahr 2020 gutgeheißen hat, begann die Suche nach weiteren Kooperationspartnern.

Stadtforst Team Oppenau
Die Bäume sind gefallen: Impression nach den Dreharbeiten mit dem Revierleiter Lukas Ruf und dem städtischen Holzfällerteam am Oppenauer Braunberg

Holzinnovation Ursprünglich wurde in Zusammenarbeit mit dem Holztechniker Stephan Hielscher vom Kompetenzzentrum (Komzet) Bau in Bühl eine Fachwerkkonstruktion für NATUR entwickelt. Mit den Kassler Holztragwerksplanern Prof. Asko Fromm und Johannes Kuhnen konnten zwei Fachleute für Holzbau gefunden werden, die der Konstrukion mit der reziproken Bauweise ein innovatives Gewand verliehen. Umgesetzt wird die erste Skulptur am Komzet Bau: Die entworfenen formschlüssigen Verbindungen wurden dort von Stephan Hielscher und Florian Braun weiterentwickelt und im computerunterstützten Abbund auf die ersten fünf Buchstaben angewendet. Zum Einsatz kommt Stammholz aus den Wäldern der Stadt Oppenau, der waldreichsten Gemeinde der Ortenau, welches in Renchtäler Sägewerken weiterverarbeitet wird.

Komzet Bau Team
Holzprofis von heute und morgen: Ausbilder und Auszubildende beim Testaufbau des A am Komzet Bau in Bühl

Theoretisches Die Kunst stellt Fragen, aber die Disziplin, die fundierte Antworten geben soll, ist die Wissenschaft. Mit dem Kunst- und Wissenschaftshistoriker Tim Otto Roth und der Literaturwissenschaftlerin Miriam Seidler denken im Hintergrund zwei Köpfe darüber nach, wie in unterschiedlichen Disziplinen und Künsten Natur definiert wird und welchem historischen Wandel der Begriff unterworfen ist.

Tim Otto Roth

Tim Otto Roth
Naturgeist: der Konzeptkünstler Tim Otto Roth

Naturverbundenheit Dass die erste NATUR-Skulptur in Oppenau errichtet wird, ist der Verbundenheit des Schwarzwälder Künstlers mit seiner Heimat geschuldet. 1974 kam er im Oppenauer Krankenhaus zur Welt. Hier hat er nicht nur seine Wurzeln, sondern findet auch Ruhe und Inspiration als Ausgleich zu seiner internationalen Ausstellungstätigkeit. Und wenn er den Kopf einmal richtig freibekommen muss, arbeitet er im familiären Wald oder dreht seine Runden im Oppenauer Schwimmbad. Wie sehr ihn die Heimat auch in seinem künstlerischen Oeuvre beschäftigt, war unter anderem in der Einzelausstellung XX oder der Mummelsee in der Pfanne in der Städtischen Galerie Offenburg zu erfahren.

Um die Ecke denken Der Nordschwarzwald ist nicht nur emotionale Heimat, sondern hat auch das künstlerische Denken des Künstlers geprägt. Der Schwarzwald ist ein Raum, der immer wieder überrascht. Ob man beim Wandern um eine Wegbiegung geht oder mit dem Auto durch die Täler fährt, hinter jeder Biegung wartet eine neue Welt mit einer anderen Aussicht. Den Raum bewusst wahrzunehmen und ihn durch künstlerische Interventionen zu verändern, ist ein wichtiges Anliegen von Tim Otto Roth. Dabei erkundet er ganz vielfältige Räume von der farbigen Schattenwelt von Blüten bis hin zu den äußersten Rändern des uns bekannten Universums, das er mit seinem Heaven’s Carousel sogar zum Klingen bringt.

Der Künstler als Wissenschaftler Dass Tim Otto Roth heute künstlerisch tätig ist, war nicht von Anfang an vorgezeichnet. Im Gymnasium hat er Kunst in der Oberstufe abgewählt, weil ihn die im Unterricht vermittelten Inhalte nicht interessierten. Lediglich der von Heinz Schulz-Körnig geleitete Photo AG blieb er bis zum Ende der Schulzeit treu. Nach dem Abitur setzte er sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit im Rahmen eines Grundstudiums in Politik und Philosophie in Tübingen auseinander. 1995 wechselte er an die Kunsthochschule Kassel, um sich mit Photographie zu beschäftigen. Dabei war es vor allem die Technik – von der Chemie über die Belichtung bis zum Aufnahmegerät, das sein Interesse für die Kunst weckte. In seiner Dissertation zur Kulturgeschichte der Schattenbilder hat sich dies ebenso niedergeschlagen, wie in seinem innovativen Schattenarbeiten auf lichtempfindlichem Material ohne Kamera.

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